Hallux valgus (Ballengroßzehe)

Der Hallux valgus ist eine häufige Fehlstellung der Großzehe.

 

Die Zehe kippt dabei in Richtung der kleinen Zehen ab. Dadurch werden die kleineren Zehen verdrängt, oder die 2. Zehe schiebt sich über die Großzehe. Gleichzeitig drückt sich das Köpfchen des 1. Mittelfußknochens nach außen und wird als so genannter „Ballen“ sichtbar.

Dieser findet im Schuh nicht ausreichend Platz.  

Die Haut über dem Ballen wird im Schuh gedrückt und gereizt und kann sich entzünden.

Durch die Fehlstellung der Großzehe ändern die Sehnen ihre Zugrichtung und Verstärken die Abkippung der Zehe.

Die Fehlstellung schreitet dann kontinuierlich fort.

 

Ursache:
Meist besteht eine angeborene Neigung zur Entwicklung eines Hallux valgus.

Enge und hochhackige Schuhe sowie andere Fußveränderungen begünstigen die Entstehung der Deformität.

 

Wann soll operiert werden?

Die operative Korrektur ist sinnvoll, wenn herkömmliche Behandlungsmethoden keinen Erfolg mehr versprechen und gleichzeitig  Beschwerden vorhanden sind.
Eine Operation nur aus kosmetischen Gründen sollte nicht vorgenommen werden.

 

Wie wird operiert?

  • einem Eingriff an den Weichteilen und 
  • einem Knocheneingriff.

 

Der Weichteileingriff:

Die Sehne, welche die Großzehe weiter in die Fehlstellung zieht, muß von der Zehe abgelöst werden.

Gleichzeitig wird eine Raffung der Gelenkkapsel auf der Innenseite durchgeführt.

                                                                                                                                               
Der Knocheneingriff:  

Dieser Eingriff ist notwendig um das Gelenk der Großzehe wieder in die ursprüngliche Position zu schieben.

Dies geschieht mittels Durchtrennung des 1. Mittelfußknochens an vorbestimmten Stellen,

Korrektur der Gelenkposition und erneute Verschraubung der Knochen miteinander, oder durch Versteifung eines Fußmittelgelenkes.


Mehrere Dutzend verschiedene Operationstechniken stehen hierfür zur Verfügung.

Je nach Ausprägung der Deformität, der Knochenqualität oder des Alters des Patienten, wird der erfahrene Operateur das für den Patienten geeignetste Verfahren anwenden.

 

Nachbehandlung:

  • sofortige Mobilisation in einem Spezialschuh
  • Vollbelastung je nach Operationsverfahren erlaubt
  • intensive Bewegungstherapie
  • Zügelverband der Großzehe für 6 Wochen
  • Arbeitsunfähigkeit je nach Berufsausübung vier bis acht Wochen
  • Laufsport nach 3 Monaten möglich
  • Entfernung der Schrauben nicht erforderlich