Bronchialkarzinom

Das Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) ist weltweit einer der häufigsten bösartigen Tumoren. Bei Männern bedeutet das über 30 % und für Frauen etwa 10 % aller krebsbedingten Todesfälle. Hauptursache ist das Rauchen. Je mehr der Einzelne raucht, desto höher ist sein Erkrankungsrisiko. Seltenere Gründe sind berufsbedingte Exposition mit Asbest oder Uran.

 

Der Lungenkrebs bleibt in der Regel lange Zeit symptomlos. Später können Husten, Fieber, Atemnot oder Gewichtsabnahme auftreten.

 

Man unterscheidet zunächst nach dem feingeweblichen Bild kleinzellige von nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen, da beide Formen deutlich unterschiedliche biologische Eigenschaften haben. Hieraus erwachsen auch unterschiedliche Therapiestrategien.



In Zusammenarbeit mit dem Pulmonologen (Lungenfacharzt) erfolgt zunächst eine umfangreiche Diagnostik. Hierzu zählen u.a. die Computertomographie, die Bronchoskopie (Lungenspiegelung) und Lungenfunktionstests. Je nach Tumor oder Patient kommen noch Szintigraphien oder ein Belastungs-EKG in Frage.

 

Nach Bestimmung der feingeweblichen Art, Größe, Lage, Ausdehnung und Lymphknotenbefall wird die Operation angestrebt mit dem Ziel den Tumor komplett zu entfernen.

 

Zur sicheren Entfernung der eventuell befallenen Lymphknoten ist es nötig, mindestens einen Lungenlappen (Lobektomie) inklusive seinem Lymphgebiet zu entfernen. Hierbei wird über eine Thorakotomie (Brustkorbschnitt) vorgegangen. Aufgrund der manchmal sehr zentralen Lage des Tumors kann es darüber hinaus gelegentlich nötig sein, einen ganzen Lungenflügel (Pneumonektomie) zu entfernen. Auch angrenzende Strukturen wie z.B. der Herzbeutel müssen in bestimmten Situationen entfernt werden.

 

In seltenen Fällen des Lungenkrebs ist es zu diskutieren, über eine Thorakoskopie (Brustkorbspiegelung) mit nur 3 kleinen Schnitten videoassistiert den Tumor zu entfernen.

 

Im Mittelpunkt der Behandlung direkt nach der Operation steht ein intensives Atemtrainig. Nach der Erholung des Patienten kommen gegebenenfalls noch eine Bestrahlung und eine Chemotherapie zur Komplettierung der Behandlung in Frage. Bei nicht-operablen Tumoren steht primär eine Bestrahlungstherapie oder Chemotherapie zur Verfügung.