Seit dem Sommer 2008 hatten wir keinen weiteren Stellenwechsel,

erst jetzt (Juni 2011) wird wieder eine Stelle frei - Bericht folgt.

 

 

Erfahrungsbericht aus der Kinderklinik Wittlich (2008)

 

Nach meinem Examen wollte ich unbedingt in die Pädiatrie, am liebsten wäre mir eine Stelle in der Nähe meines „zu Hauses“ gewesen. Da sich dies aber nicht ergab, nahm ich schließlich das Angebot aus Wittlich an. Als „Stadtpflanze“ stand ich Wittlich zugegebenermaßen am Anfang etwas skeptisch gegenüber. Aber ich sollte schon recht bald alle meine Vorurteile über Bord werfen!

 Die Kinderklinik in Wittlich ist zwar nicht sehr groß, aber gerade darin liegen viele Vorteile dieser Abteilung! Vom ersten Tag an habe ich mich sehr wohl gefühlt. Als ich dort startete, waren wir Assistentinnen ein reines Frauenteam, wir haben uns super verstanden, aus Kolleginnen wurden Freundinnen und noch immer pflegen wir regelmäßigen Kontakt zueinander.
Das Pflegeteam ist ebenfalls toll und kümmert sich mit viel Herz um die Kinder- und Jugendlichen. Dort findet sich so manche gute Seele im Schwesternoutfit.

Aber vor allem fachlich wurde die Zeit interessant. Chef- und Oberarzt haben ihre jeweils eigenen Schwerpunkte und man konnte sie jederzeit direkt fragen. Gerade in diesen raschen Kontakten und der flachen Hierarchie hat die Abteilung ihre Stärken. So kam ich sofort an die Sonographie ran – lange bevor ich schließlich meine Kurse machte, was für selbige übrigens sehr wertvoll war. Braunülen, Magensonden, pH-Metrie-Sonden legen, Lumbalpunktionen, Frühchen versorgen (ab der 31/32.SSW – mir war am Anfang ganz lieb, dass die extrem Kleinen noch nicht dabei waren), all das wurde mir rasch beigebracht. Insgesamt wird man in dieser Abteilung schnell zum selbstständigen Denken und Handeln geführt: Wenn man seine Entscheidung begründen kann, wird sie akzeptiert (natürlich wenn es nicht gewichtige andere Gründe gibt), selbst wenn Chef- oder Oberarzt z.B. eine andere Antibiose gewählt hätten. Das hat einen hohen Lerneffekt. Überrascht war ich, hier auch eine Menge seltener Krankheitsbilder zu sehen. Das liegt daran, dass aus der gesamten Eifel und dem nördlichen Hunsrück die Kinder hier landen (mit dem negativen Nebeneffekt der doch hohen Dienstbelastung, denn auch abends, nachts und am Wochenende werden viele Kinder ambulant vorgestellt  – aber das drückt ja auch Vertrauen aus). Ganz neue Aspekte kamen dann noch durch die Kinder-Physiotherapeutin hinzu, die auf der Station arbeitet: Nicht nur Vojta- oder Bobath-KG auch die manuelle Medizin erweist sich für zahlreiche Säuglinge und Kinder oder Jugendliche als segensreich.
Auf jeden Fall bin ich davon überzeugt, dass Wittlich als kleine Kinderabteilung richtig „groß“ ist und absolut gute Medizin macht! Noch immer profitiere ich von Erfahrungen aus den lehrreichen Jahren in Wittlich!
    
Aber Wittlich hat auch ein paar ganz praktische Vorzüge.  Es liegt direkt an der Autobahn, man kommt gut hin und auch weg. Es liegt inmitten einer wunderschönen Landschaft mit zahlreichen Möglichkeiten für Freizeitunternehmungen, und auch nicht weit von sehenswerten Städten entfernt, wie zum Beispiel Trier oder auch die Stadt Luxemburg.

Nach etwas mehr als 2 Jahren habe ich dann aber doch die Klinik gewechselt, da ich schließlich das mittlerweile 2. Angebot einer heimatnahen Arbeitsstelle nicht ausschlagen konnte. Ansonsten aber wäre ich auch gerne geblieben und hätte gewiss noch eine Menge lernen können.

G.Ergül im Sommer 2008

 

 

 

Erfahrungsbericht Kinderklinik Wittlich (2008)

 

Im November 2005 trat ich als Berufsanfängerin meine Stelle als Assistenzärztin in der pädiatrischen Abteilung des Wittlicher Krankenhauses an. Ich hatte zwar während des Studiums eine pädiatrische Praxisfamulatur absolviert, davon abgesehen aber hatte ich keinerlei praktische Erfahrungen in diesem Fachgebiet.


Vom ersten Tag an war die Aufnahme in das Team sehr herzlich, sowohl von ärztlicher als auch von pflegerischer Seite. Die Einarbeitung war sehr persönlich, Chef- und Oberarzt standen jederzeit mit Rat und (häufig) mit Tat zur Seite, z.B. um einen Patienten mit zu beurteilen, einen schwierigen Zugang zu legen, etc.  Auch im Dienst konnte man sich immer auf den Hintergrund verlassen, der Fragen entweder telefonisch beantwortete oder bei Problemen sofort ins Haus kam.


Aus meiner Sicht bietet die Arbeit in einer Abteilung dieser Größe besondere Möglichkeiten, gerade für Berufsanfänger: Es gibt keine Unterteilungen in Spezialabteilungen, durch die man erst im Laufe der Zeit rotiert, man hat es mit dem ganzen Spektrum der Pädiatrie zu tun und erlangt schnell klinische Sicherheit, beispielsweise in der Beurteilung ambulanter Patienten oder in der Erstversorgung von Neugeborenen im Kreißsaal.  Auch praktische Fähigkeiten erwirbt man unter Anleitung rasch, besonders zu erwähnen ist hier die Sonographie, die man unter Anleitung von Anfang an selbst durchführt.
Weitere positive Aspekte, die ich hier nur stichwortartig aufführen möchte: Ermutigung und wenn möglich Freistellung zu persönlicher Fortbildung, tägliche morgendliche Frühbesprechung mit Raum für Fragen und Diskussion schwieriger Fälle, konstruktive Kritik, relativ flexible Dienstplangestaltung durch einen der Assistenten, Freizeitausgleich nach Nachtdiensten, Arzthelferin in der Notfallambulanz, DRG-Codierkraft…


Aus privaten Gründen habe ich die Abteilung nach ca. 2,5 Jahren verlassen müssen. Ich kann heute sagen, dass ich ein breites Basiswissen und gute klinische Kenntnisse erworben habe und mich in meiner anschließenden Weiterbildungszeit vor Assistenten aus größeren Abteilungen nicht „verstecken“ musste. Ich kann diese Abteilung nur weiterempfehlen.

K. Antony