Erweiterung (Aneurysma) der Bauch- und Brustschlagader

Bauchaortenerweitung in der seitlichen Darstellung
Bauchaortenerweitung in der seitlichen Darstellung
Geglückter Kostaufbau nach konventioneller OP
Darstellung nach Ausschaltung mittels Stentssystem

Aussackungen der Bauchschlagader (Bauchaortenaneurysma) haben mit zunehmender Größe (> 5–5.5cm) ein deutliches Risiko zu platzen (Ruptur). Da die Wahrscheinlichkeit diese Komplikation zu überleben auch heute noch sehr gering ist (ca 10%), wird zum Einen eine Routineultraschalluntersuchung (Screening) bei Männern über 65 Jahren empfohlen, zum Anderen wird bei Nachweis eines Aneurysmas eine geplante Ausschaltung (OP) empfohlen.

 

Dies ist seit mehr als 50 Jahren mit hoher Sicherheit und guten Langzeitergebnissen operativ über einen Bauchschnitt möglich. Daneben hat sich seit ca. 15 Jahren zunehmend ein stentgestütztes, minimal invasives Prinzip etabliert, bei dem der Bauchraum nicht mehr eröffnet werden muss.

 

Abhängig vom Allgemeinzustand, Begleiterkrankungen und anatomischen Verhältnissen wird jedem Patienten individuell das erfolgversprechendste Verfahren angeboten.

 

Auch für die Brustschlagader (thorakale Aorta) gibt es mittlerweile Stentverfahren. Diese alternativen Eingriffe sind aufgrund der hohen Invasivität und Komplikationsraten bei der operativen Therapie, als besonders wertvolle Entwicklung einzuschätzen. (siehe nächster Textabschnitt)

Schonende neue Eingriffsmöglichkeiten für Aneursymapatienten

Im Bild: Dr. Lommel und Dr. Lutz in der Befundbesprechung

Sog. "Thorakale Aortenaneurysmen" sind Gefäßerweiterungen im Bereich der Hauptschlagader im Brustkorb. Sie machen etwa 10% aller Aneurysmen aus und sind ab einem Durchmesser von 6 cm mit dem erheblichen Risiko einer lebensbedrohlichen Blutung (Ruptur) verbunden.

 

Heutzutage bleiben den Patienten mit Gefäßaussackungen an einer Schlagader immer häufiger große belastende Operationsmethoden erspart. Wurden früher bei der Versorgung eines thorakalen Aneurysmas sowohl die Brust- als auch die Bauchhöhle operativ geöffnet, kamen damit alle Risiken einer großen Operation auf die Betroffenen zu.

 

Durch die enormen technischen Fortschritte in der Bildgebung und der Gefäßchirurgie ist es nun möglich, auch im Brustraum im Rahmen eines kleineren Kathetereingriffs einen Stent in die betroffene Gefäßpartie einzubringen. Damit sinkt das Mortalitätsrisiko für diese Patienten von früheren 20% auf nur noch 3%.

 

In Kooperation mit dem Wittlicher Radiologen Dr. Dirk Lommel hat das gefäßchirurgische Team um Chefarzt Dr. H.-J. Lutz das neue Verfahren im Bereich der Brustraumarterie im Sommer 2012 bereits zum dritten Mal erfolgreich angewandt. Die für Patienten schonende Stentmethode findet bereits seit längerer Zeit ihren Einsatz bei Aussackungen der Bauchaorta sowie bei Verengungen der peripheren Arterien in Armen und Beinen.