Was ist eine Stroke Unit (Schlaganfall-Spezialeinheit)

"Schlaganfallstationen sind spezialisiert auf die Behandlung von Schlaganfällen und charakterisiert durch multidisziplinäre Teamarbeit, die aus medizinischer und pflegerischer Versorgung, Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie und Sozialarbeit besteht.


Solche spezialisierten Stationen verfügen in der Regel neben speziell qualifiziertem und weitergebildetem Fachpflegepersonal durchgehend über einen Neurologen sowie die Möglichkeit zur Durchführung einer kranialen Computertomografie (CCT) oder Magnetresonanztomografie (MRT)."

 

 

 

Wittlicher Stroke Unit: erfolgreich Re-Zertifiziert in 2016

Die Wittlicher Schlaganfall-Einheit ist seit 2007 durch die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und die Deutsche Schlaganfall Gesellschaft zertifiziert!

Rezertifizierungen finden alle 2 Jahre statt. Die aktuellste Re-zertifizierung konnte im Februar 2016 erfolgreich abgeschlosen werden. Das Zertifikat ist gültig bis 2019.

 

 

 

Erste Symptome eines Schlaganfalls

Das Team der Stroke Unit Wittlich sorgt durch ein optimales Zusammenwirken von hochqualitativer Medizin und kompetenter Pflege für eine individuelle und ganzheitliche Betreuung jedes einzelnen Patienten.

Für den Betroffenen bedeutet die Behandlung auf einer Stroke Unit, dass die Gefahr, an dem Schlaganfall zu versterben, gesenkt wird und die Chancen einer Genesung nachweislich gesteigert wird.

 

Um den Therapieerfolg sicherzustellen, ist es notwendig, dass zwischen dem Auftreten erster Symptome und dem Behandlungsbeginn nicht mehr als viereinhalb Stunden vergehen!

Erste Symptome sind u.a.:


  •  akute, schmerzlose Lähmung,
  • plötzliche, einseitige Gefühlsstörung,
  • Sprachstörung
  • Schwindel
  • Doppelbilder
  • erstmalige epileptische Anfälle
  • plötzliche, heftige Kopfschmerzen

 

Deshalb sollte bei Auftreten der Symptome sofort der Hausarzt oder Notarzt verständigt werden, um die Behandlung unverzüglich einzuleiten. 

Nähere Informationen zur Tätigkeit unserer Stroke-Unit gibt Ihnen unsere Broschüre "Schlaganfall-Station".

 

 

 

 

Leistungsspektrum unserer Neurologischen Stroke Unit

Übersicht zum Leistungsspektrum:

  • 6 Betten
  • 24 Stunden Aufnahmebereitschaft und Präsenz eines Neurologen
  • Diagnostik: Computertomographie (24-Stunden-Bereitschaft), Kernspintomographie, Labor, EKG, Duplexsonographie, Echokardiographie
  • Kontinuierliche Überwachung am Monitor
  • Systemische Lysetherapie rund um die Uhr
  • Organisation evtl. notwendiger interventioneller Behandlungen (z.B. bei Basilaristhrombose oder Blutungen) durch telemedizinische Anbindung an überregionale Stroke Units und neurochirurgische Abteilungen (Trier und Koblenz)
  • Frühe Erkennung und Behandlung von Komplikationen
  • Frühzeitige Mobilisation und Anwendung multiprofessioneller Therapiemaßnahmen schon in der Akutphase
  • Angehörige werden in die Therapie mit einbezogen und umfassend beraten Pflegeüberleitung)
  • Unverzügliche Einleitung evtl. notwendiger Rehabilitationsmaßnahmen (AHB)
  • Externe Qualitätssicherung durch die rheinland-pfälzisch/saarländische Schlaganfalldatenbank bzw. SQMed
  • Die Stroke Unit ist am 13.1.2010 von der LGA InterCert mbH nach dem Qualitätsstandard der Deutschen Schlaganfallgesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe zertifiziert worden. (Erfolgreich Rezertifiziert in 2013)

 

 

Welche Patienten sollten auf eine Stroke Unit eingewiesen werden?

  • Alter mindestens 16 Jahre

  • Dringender Verdacht auf Schlaganfall (Hirninfarkt, Blutung, Subarachnoidalblutung, Sinusthrombose)

  • Eintreten der Symptomatik in den letzten 24 bzw. maximal 72 Stunden

  • Cerebrovaskuläre Erkrankung, die aufgrund besonderer Risiken oder instabilen Verlaufs spezieller Überwachung bedarf

  • Intensivpflichtige Patienten werden auf der Intensivstation aufgenommen

Bei welchen Patienten kann eine Thrombolyse mit rtPA durchgeführt werden?

  • Nicht-komatöse Patienten zwischen 18 und 80 Jahren
  • Symptombeginn liegt bei Therapiebeginn weniger als 4,5 Stunden zurück
  • Ausschluss einer intrakraniellen Blutung
  • Intakte Blutgerinnung
  • Keine anmnestischen Kontraindikationen für Lysetherapie

 

Die kritischsten Punkte sind das 4,5-Stunden-Zeitfenster und die Verfügbarkeit von Daten über den Patienten, die wir benötigen, um eventuelle Kontraindikationen auszuschließen. Wenn das Ereignis so kurz zurückliegt, daß eine Lyse noch in Frage kommt, ist es bei Zuweisungen aus dem weiteren Umland sinnvoll, einen Hubschrauber-Transport anzufordern. Wichtig sind ferner Begleitinformationen oder zumindest eine Telefonnummer (Hausarzt oder informierte Angehörige), über die wir die nötigen Angaben erfragen können. Die komplette Checkliste mit Voraussetzungen und Kontraindikationen finden Sie hier.

Was bringt die Behandlung auf einer Stroke Unit?

Die Behandlung auf einer Schlaganfallstation verglichen mit der in einer allgemeinen internistischen Klinik ist sehr effektiv und reduziert die Mortalität um 18-46%, Tod oder Abhängigkeit um 29% und die erforderliche Weiterbehandlung in einem Pflegeheim oder vollständige häusliche Pflege um ca. 25%. Dieser Effekt ist unabhängig von Geschlecht und Alter der Patienten sowie vom Typ des Schlaganfalles.

 

Quelle: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie - Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls vom Mai 2009

 

Die Ergebnisse sind auch auf Deutschland übertragbar. In einer Vergleichsstudie baden-württembergischer Stroke Units (Deutsches Ärzteblatt 2004; 101: 2011-2018) wurde bestätigt, dass die Langzeitprognose nach Behandlung auf einer Stroke Unit signifikant besser ist.