Psychoonkologische Beratung

Beratungsgespräch

Unabhängig von der Frage der Onkogenese im Allgemeinen oder gar der Psychogenese von malignen Erkrankungen im Besonderen, ist der Betreuungs- und Behandlungsbedarf von Tumorpatienten durch qualifizierte Psychotherapie im Sinne supportiver Verfahren unstrittig.


Lebensgefährdende oder verstümmelnde Erkrankungen belasten die innerseelische Verarbeitung der Betroffenen erheblich und fordern intakte Abwehrstrukturen zur eigenen Stabilisierung. Wenn diese Abwehr zusammenbricht oder auf Grund präformierter Abwehrschwäche nicht adäquat eingesetzt werden kann, besteht eine sinnvolle psychosomatische Intervention zunächst in einer Stabilisierung der notwendigen Ressourcen und einer Verbesserung des Selbstwertempfindens.


Vielfach entwickelt sich unter dem erheblichen Stressor der Befundmitteilung einer lebensgefährdenden Erkrankung wie auch bei der Mitteilung von Rezidiven eine krankhafte, von Depression und Angst begleitete psychische Reaktionsbildung, die  kurzfristiger kognitiv orientierter Intervention zugänglich ist. Hierbei wirken neben der ärztlichen Beziehungsaufnahme fachgerechte Information über seelische Begleiterkrankungen und deren Behandlungsnotwendigkeit stabilisierend, so dass die Patienten/innen in die Lage kommen, Therapiemaßnahmen zu internalisieren und Krankheitsvariable zu externalisieren. So werden störende oder bedrückende Symptome zum Behandlungsobjekt und nicht mehr als „Besetzung“ des eigenen Ich erlebt.


Darüber hinaus ist eine kurzzeitige Behandlung in der Klinikstation Voraussetzung für zeitnahe Differentialdiagnostik der seelischen Störungsanteile u.a. auch vorbestehender psychischer Störungen, die dann unmittelbar zu behandeln sind.



Behandlungsmethoden
Methodisch kommt in erster Linie die Verhaltenstherapie in Betracht aber auch tiefenpsychologische Aspekte der Stabilisierung von Beziehungsaufbau und dem wichtigen Gefühl der „Autorenschaft“ der Patienten/innen selbst.

Im stationären Bereich sind diese wichtigen, die Lebensqualität verbessernden Interventionen neben der oft zeitgleich erforderlichen organmedizinischen Intervention problemlos möglich.

Der beste Zeitpunkt für eine psychosomatische Intervention ist die Zeit nach der ersten gesicherten Diagnosestellung und bei Übermittlung einer Rezidiventwicklung und/oder nach notwendigen das Körpergefühl verändernden Eingriffen der Tumorchirurgie.


Kontakte / Ansprechpartner

Der Leiter der Psychosomatischen Abteilung Chefarzt Dr. Faude steht  bei Bedarf für konsiliarische Beratung Montag vormittags und Freitag nachmittags auf Anforderung auch am Standort Wittlich zur Verfügung. Eine Übernahme von onkologischen Patienten/innen zur stationären Diagnostik und Therapie im Sinne der beschriebenen Vorgehensweise ist bevorzugt zeitnah möglich.