Wie entsteht Darmkrebs?

Unter Dickdarmkrebs versteht man eine bösartige Wucherung von Zellen in der Schleimhaut des Dickdarms. In der überwiegenden Zahl von Fällen entwickelt sich die bösartige Zellwucherung über mehrere Jahre aus adenomatösen Darmpolypen. Durch Vorsorgeuntersuchungen in Form einer Spiegelung des Dickdarms (Koloskopie) sind bis zu 90% aller Kolonkarzinome durch frühzeitige Polypen-Entfernung vermeidbar.

Man unterscheidet bei den Dickdarmkarzinomen die Rektumkarzinome (Karzinome des Enddarms/Mastdarms) von den Kolonkarzinomen (Karzinome des übrigen Dickdarms bis zum Blinddarm). Der Mastdarm (Rektum) ist der letzte Teil des Dickdarms und mündet in den Analkanal. Er ist etwa 15 bis 20 Zentimeter lang. Als Rektumkarzinom werden nach internationaler Definition Karzinome bezeichnet, die 16 Zentimeter oder weniger von der äußeren Linie des Analkanals (After) entfernt liegen. Die Unterscheidung zwischen Rektumkarzinomen und Kolonkarzinomen ist wichtig da diese Tumoren ein unterschiedliches biologisches Verhalten zeigen und auch unterschiedlich therapiert werden.

Symptome wie Blut im Stuhl oder Schmerzen beim Stuhlgang können auf Mastdarmkrebs hinweisen. Häufig sind die Karzinome des Dickdarms jedoch weitgehend symptomlos und bei auftretenden Beschwerden wie Blut im Stuhl, Blutarmut oder Bauchschmerzen schon weit fortgeschritten.

Aus diesem Grunde sind die Vorsorgeuntersuchungen deren Kosten auch von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen werden sehr wichtig und effektiv in der Vermeidung und Früherkennung von Kolonkarzinomen.

Die gesetzlichen Krankenkassen bieten ihren Versicherten ab einem Alter von 50 Jahren eine kostenlose Früherkennungsuntersuchung in Form einer Stuhluntersuchung auf verstecktes Blut an und ab einem Alter von 55 Jahren  eine Darmspiegelung (Koloskopie). Diese stellt die effektivste Früherkennungsuntersuchung dar, da im Rahmen der Koloskopie alle Polypen als Vorstufe des Kolonkarzinoms entfernt werden können und somit das Risiko an einem Dickdarmkrebs zu erkranken um bis zu 90% vermindert werden kann. 

 

Wenn ein Kolonkarzinom vorliegt ist es sehr wichtig, dass ein Team von Spezialisten (Viszeralchirurgen, Gastroenterologen, Onkologen, Strahlentherapeuten, Pathologen, Radiologen, u.a.) alle zur Verfügung stehenden Informationen/Befunde zusammen bewertet und gemeinsam die Therapie festlegt. Dies geschieht in einem Darmzentrum im Rahmen der sogenannten Tumorkonferenz, in der alle Spezialisten anwesend sind und die vorliegenden Befunde gemeinsam diskutieren.

Das Dickdarmkarzinom kann heutzutage mit sehr guten Erfolgsaussichten behandelt werden. An Behandlungsformen stehen  Operation, Bestrahlung, Chemotherapie und verschiedene sogenannte interventionelle Verfahren, die meist durch Radiologen durchgeführt werden zur Verfügung. Häufig werden mehrer Therapieverfahren angewandt, was die Bedeutung eines interdisziplinären Vorgehens unterstreicht.

 

 

 

Risikofaktoren für Darmkrebs

Durch die medizinische Forschung konnten folgende Risikofaktoren für die Entstehung von Darmkrebs identifiziert werden:

(Quelle: darmkrebs.de )

 

Risikofaktor Alter

Die Häufigkeit von Darmkrebs nimmt mit dem Alter zu, deshalb galt Darmkrebs lange als eine Alterskrankheit. Heute jedoch weiß man, dass in den meisten Fällen (etwa 90%) die adenomatösen Darmpolypen als Vorstufen des Karzinoms 10 bis 15 Jahre zuvor entstehen, bevor sie zu Krebs entarten können. Der eigentliche Beginn von Darmkrebs liegt also meist viele Jahre zurück. Nur wenige Karzinome entstehen nicht aus adenomatösen Polypen (sogenannte de novo Karznome). Da die Polypen als Vorstufe des Karzinoms durch eine Koloskopie zuverlässig erkannt und entfernt werden können sind Rahmen der gesetzlichen Krebsvorsorge  alle Menschen ab 55 Jahren aufgerufen, an der Darmkrebsfrüherkennung teilzunehmen – bei einer familiären Vorbelastung mit Darmkrebs auch schon früher!

 

Risikofaktor chronisch entzündliche Darmerkrankung

Eine langjährig bestehende, chronisch entzündliche Darmerkrankung, die den Dickdarm befällt erhöht das Risiko für die Entstehung von Dickdarmkrebs. Dies gilt insbesondere für die Kolitis ulzerosa und den Morbus Crohn mit Befall des Dickdarms.

In Abhängigkeit von der Schwere der Erkrankung, der Ausbreitung im Dickdarm und der Dauer der Erkrankungen müssen bei diesen Patienten regelmäßige Koloskopien durchgeführt werden, z.T. in jährlichen Abständen.

 

 

Risikofaktor Diabetes mellitus Typ 2

Patienten mit Typ 2-Diabetes haben ein dreifach erhöhtes Risiko an Darmkrebs zu erkranken. Die Darmkrebserkrankung führt bei diesen Menschen auch häufiger zum Tode als bei Menschen ohne Diabetes mellitus Typ 2. Die Ursache dafür sehen Experten in der wachstumsfördernden Wirkung des Insulins, welches die Entstehung und Vermehrung von Tumorzellen begünstigt.

Das St. Elisabeth Krankenhaus ist zertifiziert als ambulante und stationäre Behandlungseinrichtung für Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2. 

 

Risikofaktor ungesunder Lebensstil, Ernährung und Übergewicht

Die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten in vielen westlichen Industrieländern die häufig zu Übergewicht führen, gelten als Risikofaktor für Darmkrebs. Wer zu viel Fett und rotes Fleisch, zu wenig Ballaststoffe, Obst und Gemüse zu sich nimmt, der erhöht sein Darmkrebsrisiko. Darüber hinaus gelten Bewegungsmangel, das Rauchen und Alkoholkonsum zu den Faktoren, die das Darmkrebsrisiko erhöhen. All diese Risikofaktoren münden häufig im Übergewicht, welches nicht nur das Risiko für einen Dickdarmkrebs sondern auch für viele andere Krebsarten deutlich erhöht.

 

Risikofaktor Darmpolyp

Wer bereits einen Darmpolypen hatte, trägt – auch wenn der  Polyp entfernt wurde – ein hohes Risiko, dass sich erneut Darmpolypen ausbilden können. Die vorgegebenen Kontrolluntersuchungen sollten unbedingt eingehalten werden, um möglicherweise entartete Darmpolypen rechtzeitig zu entdecken und entfernen zu können.

Sollten bei nahen Verwandten schon in jüngerem Alter (unter 40 Jahren) Darmpolypen oder Kolonkarzinome diagnostiziert worden sein, so sollte die erste Dickdarmspiegelung schon deutlich vor dem 55. Lebensjahr erfolgen.