Leberleiden

Die Leber liegt im rechten Oberbauch und ist das größte Stoffwechselorgan des Menschen. Hier werden Endprodukte entgiftet, die Galle produziert und viele Proteine (z.B. für die Gerinnung und Immunabwehr) hergestellt.

Seit dem 19. Jahrhundert werden Tumoroperationen an der Leber durchgeführt. Bei einer nicht vorgeschädigten Leber können dabei bis zu 70% des Organs entfernt werden, ohne daß es zu Beeinträchtigungen kommt. Je nach Lage des Tumors kommen unterschiedliche Resektionsverfahren zur Anwendung. Technisch kommt ein spezielles Ultraschallskalpell zum Einsatz. 

Zur definitiven Abklärung einer Leberveränderung dient die Probeentnahme aus einem Lebertumor, die auch mit der schonenden Schlüssellochtechnik vorgenommen werden kann.

Unser Spektrum:

  • Leberkrebs
  • Lebermetastasen
  • Leberadenome
  • Leberabszesse
  • Leberzysten
  • Leberhämangiome
  • Echinokokkuszysten 

Leberkrebs 

Hepatozelluläres Karzinom (HCC)

Ein Leberkrebs macht keine typischen Beschwerden. Gelegentlich treten Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit oder ein Drücken im Oberbauch auf. Ursächlich ist vor allem eine Leberzirrhose, eine diffuse chronische Lebererkrankung mit bindegewebigem Umbau. Diese kann durch vorangegangene Infektionen mit Hepatitis B oder C oder durch Alkoholabhängigkeit entstehen. Auch das Aflatoxin eines Schimmelpilzes begünstigt das Entstehen eines Leberkrebses. Die Diagnose wird häufig durch eine Ultraschalluntersuchung gestellt. Ergänzend spielt die Computertomographie eine wichtige Rolle. 

Die Behandlung der Wahl von primären Lebermalignomen ist die operative Entfernung unter Erhalt von möglichst viel funktionsfähigem Lebergewebe. Die Leberteilentfernung gilt als Therapie der Wahl für kleine hepatozelluläre Karzinome ohne zirrhotischen Leberumbau. Besteht bei einem Patienten mit Lebertumor gleichzeitig eine Leberzirrhose, so wirkt sich das nachteilig auf das Ergebnis einer Operation aus. In einem solchen Fall kann eine Lebertransplantation das geeignetste Verfahren sein.

Cholangiozelluläres Karzinom (CCC)

Das Gallengangskarzinom (= CCC) der Leber kommt seltener vor. Dieser bösartige Tumor fällt durch eine schmerzlose Gelbsucht mit tastbar vergrößerter Gallenblase häufig erst in einem sehr späten Stadium auf. Auch hier ist die Diagnostik via Ultraschall, Computertomografie (CT) und Kernspintomografie (MRT) ausschlaggebend. Bei kleinen Tumoren kann eine Kombination aus Radiochemotherapie und Operation durchgeführt werden. In fortgeschrittenen Fällen wird eine Chemotherapie mit Maßnahmen zum Erhalt des Galleabflusses (z.B. Stent-Einlage) durchgeführt.

Lebermetastasen 

Sie werden auch "Tochtergeschwülste" eines Tumors genannt und sind die häufigsten bösartigen Raumforderungen in der Leber. Hierbei sind bösartige Tumore des Darmtraktes mit ca. 75% vertreten. Bei einzelnen Metastasen kann der befallene Anteil der Leber mit guten Langzeitergebnissen operativ entfernt werden. Ist die Leber jedoch mit mehreren Metastasen befallen, so bleibt meist nur die Chemotherapie oder ein anderes palliatives Verfahren. 

Leberadenome

Sie fallen häufig zufällig bei Untersuchungen aus anderem Anlaß auf und sind zumeist symptomlos. Insbesondere Frauen, die "die Pille" einnehmen sind davon betroffen. Die Adenome können selten entarten oder auch bluten. Ein Leberzelladenom sollte wegen des Risikos der Entartung stets operativ entfernt werden. Wenn viele Adenome vorkommen spricht man von einer Adenomatose.

Hämangiome 

Hämangiome (Blutschwämme) gehören zu den häufigsten gutartigen Lebertumoren. Sie sind zumeist symptomlos und ohne Krankheitswert für den Betroffenen. Hämangiome mittlerer Größe sollten jedoch durch Ultraschalluntersuchungen regelmäßig kontrolliert werden, da eine Größenzunahme zu Verdrängungserscheinungen im Bauchraum führen können. Weiterhin besteht die Gefahr einer Zerreißung des Hämangioms bei weiterer Größenzunahme mit der Möglichkeit einer lebensgefährlichen Blutung.

Die Therapie der Wahl bei diesen symptomatischen Hämangiomen besteht in der operativen Entfernung des betroffenen Lebergewebes. Hämangiome entarten nicht.

Fokal noduläre Hyperplasie (FNH)

Die fokal noduläre Hyperplasie gehört zu den gutartigen Veränderungen der Leber und betrifft häufiger Frauen, die die Pille nehmen. Symptome sind selten. Lediglich bei Größenzunahme kann es zu Beschwerden kommen. Die Therapie der Wahl bei symptomatischer FNH besteht in der operativen Entfernung des betroffenen Lebergewebes, da oft auch eine Unterscheidung zu anderen Tumoren manchmal schwierig ist.

Leberzysten

Leberzysten sind gutartige und angeborene Veränderungen, die in der Regel keiner Therapie bedürfen. Machen sie aufgrund ihrer Größe Beschwerden durch Verdrängung, so ist eine operative Therapie angezeigt. Aufgrund ihrer Gutartigkeit und günstigen randständigen Lage in der Leber werden diese angeborenen Zysten in unserer Klinik durch einen laparoskopischen Eingriff (Schlüssellochchirurgie) entdeckelt.

Leberabszesse

Sie werden in der Regel durch Bakterien (90%) oder durch Parasiten (10%) verursacht. Zunächst werden Antibiotika gegeben und Ultraschall-gesteuert eine dünne Drainage in lokaler Betäubung in den Abszeß eingelegt. Dadurch kann der Eiter abfließen. Gegebenenfalls muß später eine operative Sanierung vorgenommen werden.

Echinokokkuszysten

Infektionen mit dem Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) führen zu Zysten in der Leber. Ein Druckgefühl im Oberbauch kann das einzige Symptom sein. Manchmal kann es zu einer Gelbsucht kommen. Im Blut finden sich Antikörper gegen den Hundebandwurm. Nach Diagnosestellung ist eine medikamentöse Vorbehandlung für ca. 2 Wochen angezeigt und anschließend wird die Zyste operativ entfernt. Danach müssen weiter Medikamente eingenommen werden.

Seltener findet man den Befall der Leber durch den Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis). In diesem Fall wächst der Bandwurm ohne scharfe Begrenzung ins Lebergewebe, so dass häufig ein ganzer Teil der Leber entfernt werden muss. In diesem Fall ist die Prognose schlechter.

Kontakt

Kontakt

Dr. med. Cem Atamer
Chefarzt Allgemein- und Visceralchirurgie
Leiter Darmzentrum Wittlich

  • Sprechstunde Viszeralchirurgie:
    Tel.: 06571 / 15-32 215 
  • Sekretariat Darmzentrum:
    Tel.: 06571 / 15-32 215

    E-Mail: allgemeinchirurgie@verbund-krankenhaus.de

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