Mit Quietschente gegen den Schlaganfall

Die Gefäßchirurgie im Verbundkrankenhaus Bernkastel / Wittlich führte erstmals 2010 zwei Operationen an der Halsschlagader in lokaler Anästhesie durch. Ein Eingriff an der Halsschlagader (Carotis) wird meist dann nötig, wenn Ablagerungen an der Gefäßinnenwand den Blutfluss zu Gesicht und Gehirn erschweren oder ihn sogar blockieren. Oftmals bleiben Betroffene mit einer Engstelle in der Halsschlagader lange beschwerdefrei.

Hochgefährlich wird es allerdings, wenn sich Partikel von den Ablagerungen lösen und Hirngefäße quasi verstopfen, dann kommt es zum Schlaganfall. Um einem Schlaganfall vorzubeugen, ist daher eine Operation dringend angeraten.

Jährlich werden in Deutschland rund 18.000 Patienten mit Verengungen der Halsschlagader operiert, wobei bisher nur etwa 25% der Gefäßchirurgen diesen Eingriff in lokaler Betäubung anbieten. Bei der rund 60minütigen Operation wird ein circa 6 cm langer Hautschnitt gesetzt und die betroffene Halsschlagader für circa 20 Minuten abgeklemmt. Nun übernimmt die Halsschlagader auf der anderen Seite die Aufgabe der Blut und Sauerstoffversorgung im Gehirn. Ob diese ausreichend ist, kann beim wachen Patienten mit einer lokalen Betäubung direkt festgestellt werden, denn Patient und Ärzte sprechen stetig miteinander. Dabei wird der Patient auch gebeten, in regelmäßigen Abständen die Quietschente in seiner Hand zu drücken, was unüberhörbar zeigt, ob die Verarbeitung im Gehirn normal arbeitet oder vermindert ist. Diese schnelle und eindeutige Überwachungsmöglichkeit während des Eingriffes ist ein großer Vorteil gegenüber einer Operation unter Vollnarkose, bei der indirekte neurologische Überwachungsmaßnahmen angewendet werden.

Neben der Senkung des Risikos einen Schlaganfall zu erleiden, sinkt auch das Risiko für mögliche Herzinfarkte, sowie das Risiko für eine Lungenentzündung für den Zeitraum nach der Operation.  Erwin Herrmann aus Klausen war der erste Patient, bei dem das gefäßchirurgische Team um Chefarzt Dr. Joachim Lutz und den leitenden Oberarzt Dr. Khalil Behnawa das neue Verfahren anwenden konnte. Lutz hat in seiner Laufbahn bereits rund 2.000 dieser Eingriffe durchgeführt. Er betont: „Die Operation in lokaler Betäubung bringt eine erhöhte Sicherheit mit sich“.

Die enge Verzahnung zwischen dem chirurgischen und dem Narkoseteam umfängt den Patienten sicher. „Wir erläutern unsere Arbeitsschritte, fragen nach dem Befinden und bemerken so schnell etwaige neurologische Auffälligkeiten.“ Erwin Herrmann ist froh über den kurzen Eingriff unter lokaler Betäubung. Die Vollnarkose blieb ihm erspart und er fühlt sich wieder fit. „Ich habe mit den Ärzten geredet, auf die Geräusche gelauscht und mich mit anderen Gedanken einfach abgelenkt“ sagt der Klausener lächelnd.

Kontakt

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Verbundkrankenhaus Bernkastel / Wittlich, Klinik für operative und endovaskuläre Gefäßchirurgie

Tel.: 06571 15-32 415

Fax: 06571 15-32 490

E-Mail: gefaesschirurgie@verbund-krankenhaus.de

Verbundkrankenhaus Bernkastel / Wittlich

Koblenzer Str. 91, 54516 Wittlich

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