Helmtherapie bei Säuglingen mit Kopfdeformitäten

Informationen zur Helmtherapie von Oberarzt Dr. med. Merten Kriewitz:

Es kommt vor, dass sich bei Säuglingen ein sehr flacher oder auch schiefer Hinterkopf ausbildet, bei dem alle Behandlungen wie z.B.  gezieltes Lagern, spezielles Kopfkissen, Osteopathie, etc. keine erfolgreiche Besserung erzielen. Dann stellen viele Eltern die Frage, was nun zu tun sei.
Hierbei spielt das Alter des Kindes eine wichtige Rolle:

In den ersten 5 Lebensmonaten (bei Frühgeborenen auch entsprechend länger) ist der Schädelknochen so weich, dass all die oben genannten therapeutischen Bemühungen durchaus noch Erfolg haben können. Dabei kann insbesondere das Lagern mithilfe selbst gemachter Sandsäcke oder auch mit kommerziellen Schienen (z.B. Varilag®) doch noch erfolgreich sein; auch Physiotherapie und Osteopathie können hilfreich sein, dass sich das Kind symmetrisch bewegen kann und auch die Bauchlage toleriert. Mindestens 6x 10 Minuten, besser wäre sogar die Hälfte der täglichen Wachzeit, sollte der Säugling für eine gesunde Entwicklung auf dem Bauch verbringen. Wenn das Kind jedoch schon älter als 5 Monate ist, ist der Knochen inzwischen so verfestigt, dass all diese Bemühungen die Schädelform nicht mehr verändern. Dann lässt sich zwar festhalten, dass das Köpfchen in den nächsten 5 Jahren noch etwas mehr in die Länge als in die Breite wachsen wird, ein Kurzkopf (lat. Brachycephalus) wird sich also noch bessern, eine schräge Abflachung kann sich dadurch aber nicht nennenswert verbessern.
Ob eine einseitige Abschrägung kosmetisch bedenklich ist, kann sicherlich unterschiedlich beurteilt werden. Wichtig sind aber zwei gesundheitliche Aspekte: Wenn auch die Ohren stark verschoben sind oder gar eine Verdrehung in der Schädelbasis eingetreten ist, so besteht eine medizinische Notwendigkeit, die Kopfform und diese Störungen zu korrigieren (auch wenn dies längst noch nicht von allen Krankenkassen anerkannt ist).

Ab dem Alter von 5 Monaten gelingt eine Normalisierung der Kopfform nur noch mit Hilfe einer „Kopforthese“, d.h. Helmtherapie. Der Helm besteht aus einem äußeren harten Teil aus Plastik und einem inneren weichen Schaum. Er wird mit Hilfe von 3-D-Fotos individuell so angepasst und hergestellt, dass er an den Stellen des Kopfes, wo die Form korrekt ist, exakt anliegt und dort wo der Kopf abgeflacht ist, einen Hohlraum enthält, was dazu führt, dass nun alles weitere Wachstum des Köpfchens in diesen Hohlraum hinein gelenkt wird.

Zur Akzeptanz des Helmtragens:
Da der Helm keinerlei Druck ausübt, führt er auch nicht zu Kopfschmerzen. Der Helm wird von den Kindern sehr gut akzeptiert. Nebenwirkungen, wie z.B. Druckstellen oder ein Ekzem, treten i.d.R. nur selten auf. Da mit zunehmendem Alter das kindliche Köpfchen natürlicherweise immer langsamer wächst, sollte eine Helmtherapie im Alter zwischen 5 und 8 Monaten starten, damit der Helm nicht übermäßig lange getragen werden muss.

Tragedauer:
In der Regel kann man die zu erwartende Helmtragedauer wie folgt kalkulieren: Aktuelles Alter des Kindes plus 1 Monat. Weil der Helm zum Teil dem Wachstum des Kopfes während der Behandlungszeit angepasst werden muss, sind Kontrollen im Abstand von 6-8 Wochen während dieser Zeit erforderlich. Der Helm muss 23 Stunden am Tag getragen werden, wenn dies beherzigt wird, kann quasi eine Erfolgsgarantie für die Behandlung gegeben werden.

In der Kinder- und Jugendmedizin am Verbundkrankenhaus Bernkastel / Wittlich beziehen wir die bei uns angepassten Helme von der Firma Cranioform; www.cranioform.de.


Terminvereinbarungen unter
Tel.: 06571 / 15-32 715.

Kontakt

Dr. med. Merten Kriewitz
Oberarzt

Abt. für Kinder- und Jugendmedizin
St. Elisabeth Krankenhaus
Koblenzer Str. 91 • 54516 Wittlich

Terminvereinbarung unter:Tel.: 06571 / 15-32715

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