Im Krankenhausalltag treten immer wieder Situationen auf, in denen medizinische Entscheidungen auch ethische Fragen aufwerfen. Besonders sensibel wird es, wenn es etwa um die Fortführung einer aussichtslosen Therapie oder die Entscheidung für eine palliative Versorgung geht.
Auch neue medizinische Verfahren, rechtliche Vorgaben oder Veränderungen in der Finanzierung des Gesundheitswesens können persönliche Überzeugungen – ob moralisch, religiös oder weltanschaulich – berühren. In unserer vielfältigen Gesellschaft wächst das Bedürfnis
nach ethischer Orientierung. Es unterstützt dabei, moralische Konflikte gemeinsam zu reflektieren und eine nachvollziehbare Entscheidung zu treffen. Die Beratung hat dabei keinen Weisungscharakter – sie begleitet und stärkt den Entscheidungsprozess. Ein zentrales Instrument ist die ethische Fallbesprechung: Sie bringt alle Beteiligten ins Gespräch und bietet einen geschützten Rahmen für offene, respektvolle Diskussion. Dabei ist sie nicht an ein festes Gremium gebunden, sondern orientiert sich am konkreten Fall und hilft ethische Fragestellungen im Klinikalltag systematisch und transparent zu begleiten.
Durch diese Angebote trägt die Klinische Ethikberatung dazu bei, eine offene und verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen im Krankenhaus zu fördern.