Thoraxchirurgie

Der Thorax (Brustraum) besteht aus zwei Lungenflügeln (rechts bestehend aus 3 Lungenlappen und links aus 2 Lungenlappen) und dem sie trennenden Mittelfellraum (Mediastinum). Im Mediastinum verlaufen die Luftröhre, die Speiseröhre und die großen Blutgefäße und dort liegt das Herz.

In unserer Klinik werden alle, teils sehr aufwändigen Operationen an der Lunge durchgeführt. In enger Zusammenarbeit der spezialisierten Ärzte aus der Thoraxchirurgie (Chirurgie der Lunge und der Brustraumorgane) mit den Ärzten der Pulmonologie (Lungenfachkunde) im Hause wird bei jedem Patienten ein genauer Behandlungsplan erstellt. Auch bei den Lungenoperationen kommt das schonende Verfahren der Schlüssellochchirurgie bei der thorakoskopischen Entfernung kleiner Lungenrundherde oder bei der Behandlung des Lungenkollaps (Pneumothorax) zur Anwendung.

Unser Spektrum:

  • Bronchialkarzinom (Lungenkrebs)
  • Lungenmetastasen (Entfernung von Tochtergeschwülsten durch Schlüssellochchirurgie)
  • Pleuramesotheliom (Rippenfellkrebs)
  • bullöses Lungenemphysem (stark aufgeblähter Anteil der Lunge mittels Schlüssellochchirurgie)
  • Lungenabszess / Thoraxempyem (Entfernung von Entzündungsherden durch Schlüssellochchirurgie)
  • Brustwandtumoren
  • Mediastinaltumoren
  • Pneumothorax (Lungenkollaps) 

Bronchialkarzinom

Das Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) ist weltweit einer der häufigsten bösartigen Tumoren. Bei Männern bedeutet das über 30 % und für Frauen etwa 10 % aller krebsbedingten Todesfälle. Hauptursache ist das Rauchen. Je mehr der Einzelne raucht, desto höher ist sein Erkrankungsrisiko. Seltenere Gründe sind berufsbedingte Exposition mit Asbest oder Uran. Der Lungenkrebs bleibt in der Regel lange Zeit symptomlos. Später können Husten, Fieber, Atemnot oder Gewichtsabnahme auftreten.

Man unterscheidet zunächst nach dem feingeweblichen Bild kleinzellige von nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen, da beide Formen deutlich unterschiedliche biologische Eigenschaften haben. Hieraus erwachsen auch unterschiedliche Therapiestrategien. In Zusammenarbeit mit dem Pulmonologen (Lungenfacharzt) erfolgt zunächst eine umfangreiche Diagnostik. Hierzu zählen u.a. die Computertomographie, die Bronchoskopie (Lungenspiegelung) und Lungenfunktionstests. Je nach Tumor oder Patient kommen noch Szintigraphien oder ein Belastungs-EKG in Frage. Nach Bestimmung der feingeweblichen Art, Größe, Lage, Ausdehnung und Lymphknotenbefall wird die Operation angestrebt mit dem Ziel den Tumor komplett zu entfernen.

Zur sicheren Entfernung der eventuell befallenen Lymphknoten ist es nötig, mindestens einen Lungenlappen (Lobektomie) inklusive seinem Lymphgebiet zu entfernen. Hierbei wird über eine Thorakotomie (Brustkorbschnitt) vorgegangen. Aufgrund der manchmal sehr zentralen Lage des Tumors kann es darüber hinaus gelegentlich nötig sein, einen ganzen Lungenflügel (Pneumonektomie) zu entfernen. Auch angrenzende Strukturen wie z.B. der Herzbeutel müssen in bestimmten Situationen entfernt werden. In seltenen Fällen des Lungenkrebs ist es zu diskutieren, über eine Thorakoskopie (Brustkorbspiegelung) mit nur 3 kleinen Schnitten videoassistiert den Tumor zu entfernen.

Im Mittelpunkt der Behandlung direkt nach der Operation steht ein intensives Atemtrainig. Nach der Erholung des Patienten kommen gegebenenfalls noch eine Bestrahlung und eine Chemotherapie zur Komplettierung der Behandlung in Frage. Bei nicht-operablen Tumoren steht primär eine Bestrahlungstherapie oder Chemotherapie zur Verfügung.

Lungenmetastasen

Bösartige Tumoren können Metastasen (Tochtergeschwülste) verursachen. Über den Blutweg oder Lymphbahnen gelangen Tumorzellen in andere Organe. Die Lunge ist ein häufiger Ort einer solchen Metastasierung, ebenso wie die Leber, Knochen und das Gehirn.

Metastasen mancher Tumoren wie z.B. Hodentumore erhalten primär eine Chemotherapie. Andere Metastasen können je nach Anzahl, Lage und Ausdehnung einer chirurgischen Therapie zugeführt werden. Hierbei werden die Metastasen mit einem Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe entfernt. Häufig können die Tochtergeschwülste mittels Schlüsselloch-Chirurgie entfernt werden.

Rippenfellkrebs (Pleuramesotheliom)

Die Lunge ist von einem feinen Häutchen, der Pleura viszeralis, überzogen. Ebenso ist die Brustwand von innen mit einer solchen Haut, dem Rippenfell, ausgekleidet. Zwischen beiden Pleurablättern befindet sich ein feiner Flüssigkeitsfilm, der das Gleiten der Lunge während der Atembewegung ermöglicht.

Am Rippenfell können bösartige Tumoren entstehen. Häufig sind sie Folge einer langjährigen Asbestexposition. Aber erst ca. 25 Jahre nach dieser Asbestexposition entwickelt sich das sogenannte Pleuramesotheliom. Die frühen Stadien des Tumors bleiben häufig klinisch unauffällig. Im späteren Krankheitsverlauf treten Schmerzen, ein trockener Reizhusten oder Luftnot (wegen eines Ergusses) auf.

Die radikale Entfernung des Tumors inklusive eines Lungenteils gemeinsam mit dem Rippenfell, Teilen des Herzbeutels oder des Zwerchfells ist meistens nicht möglich. Häufig kann chirurgisch nur ein Teil des Tumors mit dem Ziel der Schmerzreduktion und der Ergussbildung entfernt werden.

Brustwandtumoren

Diese Arten von Tumoren sind häufig Zufallsbefunde. Symptome können Luftnot oder Schmerzen sein. Brustwandtumoren entspringen dem Skelett oder den Weichteilen und können sowohl gut- als auch bösartig sein. Zudem könnte es sich um sogenannte sekundäre Tumore handeln wie Metastasen und ein einwachsender Brustkrebs. Zudem bestehen Unterschiede in Lage, Größe und Ausdehnung. Aufgrund der Vielzahl der Möglichkeiten bedarf es somit immer einer individuellen Therapieplanung. Hierbei werden auch die Strahlentherapie und die internistische Onkologie (Krebsmedizin) hinzugezogen.

Prinzipiell ist das Ziel einer Operation die komplette Entfernung des Tumors mit Sicherheitsabstand. Diesem Ziel untergeordnet resultieren manchmal sehr große Defekte. Diese Defekte müssen dann aufwendig gedeckt werden. Hierbei kommen Kunststoffnetze und Verschiebeplastiken von Haut und Muskel oder von Fettgewebe aus dem Bauchraum zur Anwendung. Ist ein Tumor der Brustwand nicht mehr komplett zu entfernen, können trotzdem Operationen z.B. aus Gründen der Schmerzminderung sinnvoll sein.

Mediastinaltumoren

Als Mediastinum (Mittelfell, mittleres Gebiet des Brustraumes) wird der Raum zwischen den beiden Lungen bezeichnet. Hier liegen u.a. das Herz, große Blutgefäße, die Speiseröhre, die Thymusdrüse (lymphatisches Organ hinter dem Brustbein) und die Luftröhre. Hieraus können die unterschiedlichsten gut- und bösartigen Tumoren entspringen. Die Thymusdrüse beispielsweise, unmittelbar hinter dem Brustbein gelegen, ist im Kindesalter wichtig für die Bildung des Immunsystems. Aus dem Thymus können Tumoren entstehen, die auch neurologische Symptome hervorrufen können. Aufgrund der Möglichkeit einer Entartung ist eine operative Entfernung nötig. 

Aufgrund der vielen lymphatischen Strukturen kann sich der bösartige Lymphdrüsenkrebs im Mediastinum manifestieren. Um diesen auszuschließen oder zu beweisen kann chirurgisch eine Gewebeprobe entnommen werden. Dies kann zum Beispiel gut über eine Mediastinoskopie gelingen. Hierbei wird über einen kleinen Schnitt über dem Brustbein mit Hilfe einer Spiegelungstechnik eine kleine Probe entnommen. Prinzipiell gilt, daß jeder unklare Tumor des Mediastinums operativ entfernt werden sollte. Denn auch primär gutartige Tumore können entarten.

Kontakt

Kontakt

Dr. med. Cem Atamer
Chefarzt Allgemein- und Visceralchirurgie
Leiter Darmzentrum Wittlich

  • Sprechstunde Viszeralchirurgie:
    Tel.: 06571 / 15-32 215 
  • Sekretariat Darmzentrum:
    Tel.: 06571 / 15-32 215

    E-Mail: allgemeinchirurgie@verbund-krankenhaus.de

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